Wendelin Looser Hausorgel von 1774

Standort: Roothuus, 9108 Gonten AI (Stiftung Zentrum für Appenzellische Volksmusik)

Verzeichnis: (Wachter-Verzeichnis W 24)

Allgemeines:
Eshandelt sich um ein typisches viereinhalbregistriges Wendelin LooserInstrument mit dreiteiligem Prospekt und schliessbaren Flügeltüren. Die zweiteilige, durch ein Diagonalbrett geteilte Windanlage befindet sich im Orgelfuss und besteht aus dem unterständigen einfaltigenSchöpfbalg und dem darüberliegenden zweifaltigen Magazinbalg. Die Pfeifenaufstellung auf der Windlade folgt – abgesehen von dertiefsten Oktave, deren 12 Töne symmetrisch auf C- und Cs-Seiteaufgeteilt sind – dem chromatischen Prinzip. Kurze, einarmige Tasten wirken über eine teilweise abgekröpfte Stechermechanik auf die Tonventile. Der Verteilung der tiefsten 12 Töne auf C- und Cs-Seite dienen einige Metallwellen direkt unter der Klaviatur. Die systembedingte Geräuschhaftigkeit der Spielanlage gilt als liebenswertes Charateristikum der Toggenburger Hausorgeln.

Baujahr: 1774 (übereinstimmende Datierung imVentilkasten und auf der Mittelpfeife D)

Disposition:
Coppel 8' 49 Töne (C bis c3),Holz, gedeckt
Flöte 4' C bis h gedeckt, ab c1 offen mit Stimmblechen, alle 49 Töne aus Holz
Principal 2' 49 Töne Metall, ab D 25 Pfeifen im Prospekt (9-7-9), C/Cs und ab ds1 bis c3 Innenpfeifen
Quint 1 1/3' 25 Töne Metall von c1 bis c3 (halbes Register)
Superoctav 1' 12 Töne von C bis h Holz mit Stimmblechen, ab c1 37 Töne Metall, ab c2 Oktavrepetition

Stimmtonhöhe: a1= 417 Hz

Temperierung: ungefährgleichschwebend, mit Tendenz zu Werkmeister III

Winddruck: 30mm WS

Bemalung (Fassung):

Eine nicht originale braune Bemalungwurde 1972 abgelaugt und durch eine, dem originalen Erscheinungsbildnachempfundenen, Farbgebung ersetzt. Diese Arbeit wurde durch Margrit Hüberli, Nesslau,ausgeführt.

Zustand am 11.2.2009:

Das Instrument befindet sich –abgesehen von der erwähnten Bemalung – im Originalzustand. Der notdürftigabgedichtete Balg bedarf einer Neubelederung. Die Mündungen der Metallpfeifen sindteilweise – als Folge unzimperlicher Stimmmethoden – arg deformiert.Ansonsten blieb das Instrument von leider nicht seltenen – Eingriffen,wie der „Anpassung" der Stimmtonhöhe oder dem Einbau eines elektrischen Gebläses,verschont.

Besonderes / Auffälligkeiten:
Die Stirnseiten der Untertasten sind nicht mit den – bei vielen Looser-Orgeln anzutreffenden –Papier-Prägegravuren mit der Jahrzahl 1710 belegt, sondern – wie die Untertastenbeläge – mit Ebenholzaufleimern.