Wendelin Looser Hausorgel von 1773

Standort: Roothuus, 9108 Gonten AI (Stiftung Zentrum für Appenzellische Volksmusik)

Allgemeines:
Es handelt sich um ein typisches viereinhalbregistriges Wendelin Looser Instrument mit dreiteiligem Prospekt und schliessbaren Flügeltüren. Die zweiteilige, durch ein Diagonalbrett geteilte Windanlage befindet sich im Orgelfuss und besteht aus dem unterständigen einfaltigen Schöpfbalg und dem darüberliegenden zweifaltigen Magazinbalg. Die Pfeifenaufstellung auf der Windlade folgt – abgesehen von der tiefsten Oktave, deren 12 Töne symmetrisch auf C- und Cs-Seite aufgeteilt sind – dem chromatischen Prinzip. Kurze, einarmige Tasten wirken über eine teilweise abgekröpfte Stechermechanik auf die Tonventile. Der Verteilung der tiefsten 12 Töne auf C- und Cs-Seite dienen einige Metallwellen direkt unter der Klaviatur.

Baujahr: 1773 (übereinstimmende? Datierung im Ventilkasten und auf der Mittelpfeife D)

Disposition:
Coppel 8' 49 Töne (C bis c3),Holz, gedeckt
Flöte 4' C bis h gedeckt, ab c1offen mit Stimmblechen, alle 49 Töne aus Holz - überprüfen
Principal 2' 47 Töne Metall, ab D27 Pfeifen im Prospekt (10-7-10), C/Cs (Holz?)und ab f1 bis c3 Innenpfeifen
Quint 1 1/3' 25 Töne Metall von c1bis c3 (halbes Register)
Superoctav 1' 12 Töne von C bis hHolz mit Stimmblechen, ab c1 37 Töne Metall, ab f2 Oktavrepetition -überprüfen

Stimmtonhöhe: a1= ???

Temperierung: ???

Winddruck: ???

Bemalung (Fassung): Weitgehendoriginalbemalt, aufgeklebte Kupferstiche auf den Innenseiten derSeitenflügel, Bemalung sehr gut erhalten!

Zustand am 10.8.2010: Das Instrument befindet sich in einemsehr guten, gepflegten Zustand.

Besonderes / Auffälligkeiten: Anlässlichder 1995 durchgeführten Restaurierung durch Bernhard Fleig, Baselwurde dem Instrument ein Elektrogebläse beigefügt (in externemGehäuse, links neben der Orgel). Sie kann wahlweise imtraditionellen „Tretbetrieb" oder mit Hilfe des Elektrogebläsesgespielt werden. Diese Doppel-Windversorgung ist denkmalpflegerischinsofern akzeptierbar, als dass die originale Balganlage nichtverändert wurde und nach wie vor in der ursprünglichen Art undWeise eingesetzt werden kann.
Text-Gravurauf der Rückseite der Prospektmittelpfeife D: Montiert u. Revision,Nov. 56 von F. Baer, Orgelbauer, Männedorf.

Geschichte/ Besitzverhältnisse (soweit bekannt):
Frühester z.Z. bekannter Standort in einem Oberhelfenschwiler Webkeller
Pfr. Stückelberger, Evang. Pfarrhaus Brunnadern
Pfr. Lukas Stückelberger, Winterthur
Sohn Dr. Alfred Stückelberger, Basel
Tochter Charlotte Wachter-Stückelberger, Wallisellen
2010:Verkauf an die Stiftung Zentrum für Appenzellische Volksmusik

Besitzer:
StiftungZentrum für Appenzellische Volksmusik, Hauptstrasse 36, Roothuus,
CH-9108Gonten, Tel. +41 (0)71 794 13 30

Diese Bestandesaufnahme wurde im Rahmen des Umzuges des Instrumentes vonWallisellen nach Gonten erstellt, ausgeführt am 10. Aug. 2010 durch Markus Meier.